Trump straft Liechtenstein mit 37 Prozent
Regierungschef Risch: US-Strafzölle «markieren einen massiven Einschnitt»
Importierte Güter aus Liechtenstein werden von den USA ab dem 9. April mit einem Strafzoll von 37 Prozent belegt. Dies gab der amerikanische Präsident Donald Trump am Mittwoch im Rosengarten des Weissen Hauses bekannt. Dabei handle es sich um einen «abgeschwächten» wechselseitigen Ansatz, sagte der amerikanische Präsident. Die Schweiz und Liechtenstein kommen damit schlechter weg als andere wichtige Handelspartner. Importe aus der Europäischen Union belegt Washington mit einer tieferen Abgabe von mindestens 20 Prozent.
Am Donnerstagmorgen reagierte Regierungschef Daniel Risch mit einem kurzen Statement in den Sozialen Medien: «Die Zoll-Entscheide in den USA sind weniger überraschend als vielmehr zu bedauern. Sie markieren einen massiven Einschnitt in die bis zum heutigen Tag akzeptierten internationalen Handelsregeln. Sie schmerzen die Wirtschaft, in der Folge die Arbeitsplätze und Arbeitskräfte und torpedieren all das, an was wir in einem wirtschaftsliberalen Land glauben.» Liechtensteins Regierung hat am Donnerstag um 14.30 Uhr zu einer Medienkonferenz eingeladen, um über die aktuellen Entwicklungen zu informieren.
Vieles ist noch unklar
Die Schweiz reagierte zurückhaltend auf die Ankündigung des wichtigen Schweizer Handelspartners. Bundespräsidentin Karin Keller-Sutter schrieb auf dem Interndienst X: «Der Bundesrat nimmt die Zoll-Entscheide der USA zur Kenntnis. Er wird rasch das weitere Vorgehen festlegen. Im Vordergrund stehen die langfristigen wirtschaftlichen Interessen des Landes. Treue zum internationalen Recht und Freihandel bleiben zentrale Werte.» Diese Stellungnahme wurde umgehend auch von führenden US-Medien weiterverbreitet. Trump unterliess es in seiner langen Ansprache, die einem Wahlkampf-Auftritt glich, die einzelnen Strafzölle zu begründen. Im Bezug auf die Schweiz behauptete er aber, dass die Abgaben auf Schweizer Importen eigentlich 61 Prozent betragen sollten, wenn Gleiches mit Gleichen vergolten würde.
Unklar blieb, ob Arzneimittel, Edelmetall-Barren und Aluminiumprodukte vorerst unter diese Ausnahmebestimmung fallen. Die entsprechenden Unterlagen, die das Weisse Haus verteilte, waren derart unklar formuliert, dass auch unter Pharmavertretern Konfusion herrschte. Das Weisse Haus verzichtete auf Anfrage, eine klärende Stellungnahme abzugeben. (red)

Die Zollsätze im Einzelnen:
• Algerien: 30 %
• Argentinien: 10 %
• Australien: 10 %
• Bahamas: 10 %
• Bahrain: 10 %
• Bangladesch: 37 %
• Bolivien: 10 %
• Bosnien und Herzegowina: 35 %
• Botsuana: 37 %
• Brasilien: 10 %
• Brunei: 24 %
• Kambodscha: 49 %
• Chile: 10 %
• China: 34 %
• Kolumbien: 10 %
• Costa Rica: 10 %
• Elfenbeinküste: 21 %
• Dominikanische Republik: 10 %
• Ecuador: 10 %
• Ägypten: 10 %
• El Salvador: 10 %
• Äthiopien: 10 %
• Europäische Union: 20 %
• Fidschi: 32 %
• Guatemala: 10 %
• Guyana: 38 %
• Haiti: 10 %
• Honduras: 10 %
• Island: 10 %
• Indien: 26 %
• Indonesien: 32 %
• Israel: 17 %
• Japan: 24 %
• Jordanien: 20 %
• Kasachstan: 27 %
• Kenia: 10 %
• Laos: 48 %
• Lesotho: 50 %
• Liechtenstein: 37 %
• Madagaskar: 47 %
• Malaysia: 24 %
• Mauritius: 40 %
• Marokko: 10 %
• Myanmar (Birma): 44 %
• Namibia: 21 %
• Neuseeland: 10 %
• Nicaragua: 18 %
• Nigeria: 14 %
• Nordmazedonien: 33 %
• Norwegen: 15 %
• Oman: 10 %
• Pakistan: 29 %
• Panama: 10 %
• Peru: 10 %
• Philippinen: 17 %
• Katar: 10 %
• Saudi-Arabien: 10 %
• Serbien: 37 %
• Singapur: 10 %
• Südafrika: 30 %
• Saint-Pierre und Miquelon 50 %
• Südkorea: 25 %
• Sri Lanka: 44 %
• Schweiz: 31 %
• Taiwan: 32 %
• Thailand: 36 %
• Trinidad und Tobago: 10 %
• Tunesien: 28 %
• Türkei: 10 %
• Ukraine: 10 %
• Vereinigte Arabische Emirate: 10 %
• Vereinigtes Königreich: 10 %
• Uruguay: 10 %
• Venezuela: 15 %

Ein Strafzoll von 32 Prozent auf importierte Güter aus der Schweiz: Warum es gerade unser Land so hart trifft
«Tag der Befreiung»: Die wichtigsten Fragen und Antworten zu Trumps historischer Zoll-Offensive
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