Von Kolumbien nach Liechtenstein ausgewandert
Triesner Torhüterin beschleunigt ihre Integration durch Fussball
Kurz nach Weihnachten 2013: Ana Maria Lopez Correa, damals 16 Jahre alt, verliess Kolumbien und folgte ihrer Mutter, die der Liebe wegen umgezogen ist, nach Liechtenstein. Beim Einsteigen ins Flugzeug war es warm, beim Aussteigen kalt – woran sich die lebhafte Frau bis heute nicht gewöhnt hat. Als sie ihre neue Heimat erreichte, sprach Lopez Correa die Sprache noch nicht. Ihre erste Deutschlektion absolvierte sie am 16. Januar 2014. Das Datum weiss die Dunkelhaarige mit Piercings und Tattoos noch genau, weil es ihr 17. Geburtstag gewesen ist.
Starthilfe in dieser nicht so einfachen Phase hat die ehemalige NLA-Spielerin Monika Burgmeier geleistet. Sie nahm die Tochter ihrer Freundin mit ins Training des Triesner Frauenteams. «Wenn du im Verein Sport machst, ist das super, um die Sprache zu lernen. So musste ich Deutsch reden. Dank der Unterstützung meiner Mitspielerinnen habe ich die Angst davor zur Seite gelegt», erklärt die Torhüterin. Nach dem 10. Schuljahr absolvierte sie erfolgreich die Lehre zur Metallbauerin. Sie ist immer noch in diesem Beruf tätig.
Die «Mama» des Teammaskottchens
Dem FC Triesen ist Ana Maria Lopez Correa, die in Schaan wohnt, trotz einer Auszeit treu geblieben. Nicht nur als Fussballerin, sondern auch als Schiedsrichterin ist sie für den Verein aktiv. Ausserdem ist ihre Hündin Nala das von allen ins Herz geschlossene Maskottchen des Frauenteams. Der kleine Yorkshire Terrier verfolgt jedes Spiel an der Seitenlinie und ist oft auch beim Training dabei.
In ihrer Kindheit übte die Kolumbianerin verschiedene Sportarten aus, doch der Fussball und vor allem die Position im Tor haben sie gepackt. «Ich habe keine Angst vor dem Ball und gute Reflexe.» Kurz bevor sie nach Liechtenstein aufgebrochen ist, schaffte es die talentierte Spielerin ins U17-Nationalteam. Ihre ehemalige Kaderkollegin, Lorena Bedoya Durango, hat dieses Jahr an der WM gespielt. «Der Entscheid zu gehen ist mir wegen dieser Chance schwergefallen, aber es war die richtige Entscheidung», meint Ana Maria Lopez Correa. «Ich habe eine Ausbildung gemacht und eine neue Sprache gelernt.»
Der Traum von Länderspielen ist noch nicht abgehakt. Bald wohnt sie seit zehn Jahren in ihrer Wahlheimat. Könnte sich dann, wie ihr älterer Bruder, im ordentlichen Verfahren einbürgern lassen – und damit zu einer Kandidatin für Liechtensteins Nationalteam werden. Starke Torhüterinnen hat das Land einige, worauf die ehrgeizige 26-Jährige kontert: «Ich bin auch gut.» Am liebsten würde die Südamerikanerin mit ihrem Team von der 2. Liga in die 1. Liga aufsteigen, wo sie schon einmal für Triesen gespielt hat. Das Angebot eines anderen, höher klassierten Clubs hat Ana Maria Lopez Correa ausgeschlagen, weil sie sich auf der Blumenau wohlfühlt.
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