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Kinderland-Reporterinnen zu Besuch

Blick hinter die Kulissen des Medienhauses

Wie entsteht eine Zeitung, und wie sieht der Alltag in einer Redaktion aus? Diese und viele weiteren Fragen haben sich die Kinderland-Reporterinnen Ambra und Luisa Büchel gestellt.
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Patrik Schädler, Leiter Publizistik und Chefredakteur des «Liechtensteiner Vaterlands», mit Ambra und Luisa Büchel. (Bild: Jamie Wirth)
Kulturredakteurin Mirjam Kaiser, die an diesem Tag für den Onlinedienst zuständig war, erläutert ihre Aufgaben. (Bild: Jamie Wirth)
Piero Sprenger, Mitglied der Chefredaktion und Leiter Print, gibt Einblicke in den Aufbau und die Gestaltung des «Vaterlands». (Bild: Jamie Wirth)
Jeder Mitarbeiter arbeitet an einem eigenen Thema und trifft eigenständige Entscheidungen. Es ist nicht wie in der Schule, wo jeder eine festgelegte Aufgabe hat. In der Redaktion ist jeder selbstverantwortlich für seinen Bereich. (Bild: Jamie Wirth)
Luisa und Ambra kommen vorbei: Kinderland-Reporterinnen
Die Kinderland-Reporterinnen: Luisa und Ambra Büchel (v. l.). (Bild: Nils Vollmar)

Als wir beim Vaduzer Medienhaus ankommen, werden wir freundlich empfangen. Nach einer kurzen Führung bekommen wir die Gelegenheit, Patrik Schädler, dem Leiter Publizistik, noch einige Fragen zu stellen.

Kinderland-Reporterinnen im Medienhaus
Kinderland-Reporterinnen im Medienhaus

Welche Technologien und Tools werden verwendet, um Inhalte zu erstellen und zu verbreiten?
Patrik Schädler: Im Medienhaus kommen verschiedene Technologien zum Einsatz. Auf der einen Seite nutzen wir Online-Tools, insbesondere das CMS, das für Content-Management-System steht. Das ist ein unverzichtbares Werkzeug für alle Redaktionen. Daneben spielt das Internet eine zentrale Rolle – ohne Internet und E-Mails würde hier nichts funktionieren. Für die Seitenproduktion verwenden wir das Programm QuarkXPress. Aktuell arbeiten wir daran, das CMS und die Zeitungsproduktion vollständig in das Redaktionssystem zu integrieren, was jedoch noch nicht abgeschlossen ist. Ein weiteres wichtiges Hilfsmittel sind KI-Tools. Zum Beispiel lässt sich ein Interview automatisch transkribieren, indem man den Text von der Künstlichen Intelligenz abtippen lässt. Natürlich wird der Text anschliessend noch von uns bearbeitet. Ein weiteres nützliches Tool ist das Redigieren von Texten, ein Prozess, der von verschiedenen Journalisten-Organisationen angeboten wird.

Wie viele Leute arbeiten hier ungefähr?
In der Redaktion sind rund 22 Personen tätig, aber nicht alle arbeiten in Vollzeit. Wenn man nur die Vollzeitstellen betrachtet, sind es etwa 18 Personen. Insgesamt arbeiten im Medienhaus rund 55 Mitarbeiter.

Die Arbeit in der Redaktion ist Teamarbeit.

Was sind die grössten Missverständnisse über den Arbeitsalltag in der Redaktion?
Es gibt viele Missverständnisse, da die meisten Menschen nicht wissen, wie unser Arbeitsalltag wirklich aussieht. Eines der häufigsten ist, dass der Chefredakteur jeden einzelnen Text liest. Das wäre aber nicht möglich, da sonst keine Zeit für andere Aufgaben bliebe. Natürlich werden grössere Geschichten besprochen und man hilft sich gegenseitig, aber es ist keine Aufgabe des Chefredakteurs, jeden Text zu kontrollieren. Ein weiteres Missverständnis betrifft die Vorstellung, dass der Chefredakteur alles bestimmt. In Wirklichkeit ist die Arbeit in der Redaktion Teamarbeit. Jeder Mitarbeiter arbeitet an einem eigenen Thema und trifft eigenständige Entscheidungen. Es ist nicht wie in der Schule, wo jeder eine festgelegte Aufgabe hat. Hier ist jeder selbstverantwortlich für seinen Bereich.

Luisa und Ambra kommen vorbei: Kinderland-Reporterinnen
Die Kinderland-Reporterinnen: Luisa und Ambra Büchel (v. l.). (Bild: Nils Vollmar)

Wie werden die Zeitungen gedruckt und wann?
Die Zeitungen werden in Haag gedruckt, wo sie zusammen mit dem «Sarganserländer» und einer Zeitung aus dem Bündnerland produziert werden. Gemeinsam sind wir auch die Inhaber dieser Druckerei. Der Druckvorgang ist sehr schnell – in nur 20 Minuten werden etwa 8000 Exemplare gedruckt. Der Druck des «Vaterlands» beginnt um halb zwei in der Nacht. Anschliessend geht die Zeitung direkt an die Spedition und wird von der Liechtensteinischen Post übernommen. Ziel ist es, dass das «Vaterland» um halb sieben morgens im Briefkasten der Abonnenten ist.

Wie sind Sie auf diesen Job gekommen?
Der Weg zum Journalismus kann sehr unterschiedlich sein. Es gibt keine festgelegte Ausbildung, da Journalismus kein geschützter Beruf ist. Viele gehen den Weg über ein Studium oder eine Zusatzausbildung, andere steigen direkt in den Beruf ein. In meinem Fall habe ich eine Fachhochschule absolviert und danach eine Diplom-Lehre im Medienausbildungszentrum Luzern, dem MAZ, gemacht. Diese Schule bietet eine berufsbegleitende Ausbildung im Bereich Journalismus.

Welche Tipps haben Sie für Einsteiger im Journalismus?
Der Job erfordert eine hohe Flexibilität und Neugier. Man muss bereit sein, sich immer wieder neuen Themen zu stellen und schnell auf Veränderungen zu reagieren. Stressresistenz ist ebenfalls wichtig, da man jeden Tag mit seinem Text, seinem Namen und oft auch einem Bild in der Öffentlichkeit steht. Kritik, sowohl positive als auch negative, gehört zum Job – und diese sollte nicht zu persönlich genommen werden.

Tagesablauf Redaktion beim «Liechtensteiner Vaterland»
8.30 Uhr: Redaktionssitzung
14:30 Uhr: Planungssitzung
ca. 23 Uhr: Betriebsschluss
2 Uhr: Zeitungsdruck
6.30 Uhr: Zeitungszustellung

 

 
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